2012年4月28日星期六

廖亦武:呼籲書——為地下詩人李必豐而作

在我去年為出版《我的證詞》和《上帝是紅色的》,而逃出中國2個月後,四川省射洪縣國保以經濟罪名,抓捕了我的朋友、中國地下詩人和作家李必豐。

在非法關押7個多月後,他們又企圖以所謂的經濟罪名,將他判刑。據說開庭的日子定在5月8號。

這個所謂的經濟罪名,連檢察院都覺得“不成立”,所以退回給國保兩次。意思是,雖然“欲加之罪,何患無辭”,在共產黨這兒已經算“常識”,但你們所提供的“辭”,也太牽強了。

直到最近,我才從國內的幾個渠道瞭解到,國保這次抓捕李必豐的主要原因之一,是懷疑我出逃的經費,是李必豐資助的——這又是莫須有。我要出走的動機和渠道,在國內沒任何人知道。甚至親屬。

李必豐是我坐牢的難友,非常有思想和才華,寫過幾百萬字的詩和小說。他的身世具有傳奇色彩,天安門大屠殺之後,他曾偷越國境到緬甸,卻不幸被中共支持的緬甸人民軍給抓住,送回來,差點被打死,至今他的面孔還是一邊大一邊小。他的事跡多次出現在本人著作《我的證詞》和《子彈鴉片——天安門大屠殺的生死故事》中。

第一次,他被判刑5年,罪名是反革命宣傳煽動;
第二次,也就是1998年,李必豐替《中國人權》主席劉青調查四川綿陽紡織工人的罷工,導致聯合國勞工組織出面調查,讓當局恨之入骨——卻以經濟罪名判了他7年。我還替劉青轉了1000美金的律師費,並為他請了律師。

這次當局以同樣的經濟罪名,要整治他。如果他又被判刑坐牢,就是第三次了。如果被判十年以上,那麽李必豐出獄之後,就是個糟老頭子了,這個極有才華的詩人和作家的一生,就被徹底毀掉了。

我必須為他呼籲。這也是老廖第一次寫這種東西。希望我的作家同行們,希望世界各地的人權組織,甚至希望我的東西方讀者們,在看了這份《呼籲書》之後,以各種形式去聲援他。
 
根據柏林國際文學節主席烏里先生的提議,這份《呼籲書》以及李必豐的《監獄-詩歌-日記》,將以中、德、英三種文字,向德國以及全世界的公眾和媒體公開。並通過柏林文學節的全球網絡徵集聲援簽名。

(2012年4月28號下午6點,2009年諾貝爾文學獎得主赫塔·穆勒(Herta Mueller)女士來信,願意成為這份《呼籲書》的第一個簽名者。)

流亡作家 廖亦武(德國)



監獄---詩歌---日記

作者:李必豐

在這個國家我們只有冬眠

但冬季過早地來臨
我們的樹木開始乾枯
我們再也沒有養份去供奉
於是我們的黑髮被歲月的雪
凍得漸漸斑白
我們的皮膚像龜裂的田野

冬季來了
我們都愛冬眠
心臟累了
血液累了
我們在雪底下冬眠


我們的眼睛是兩口枯井

眼睛這兩口枯井
散亂的目光深處是肥沃的淤泥
曾有愛情的禾苗被淚水的火焰燒盡
我們住在悲傷的另一端
隔著高牆看遠處的太陽遠處的山
夜裏夢見遠處的人
用思念的網打撈零散的往事
然後讓骨頭裏長滿骨頭


監獄日記

1998年6月12日, 晴,

蚊子的兵器

蚊子是誰發明的兵器呢?在這裏我受到有生以來最多的蚊子的襲擊。無遮攔的手腳,不能設防的空蕩蕩的大監房,肆意橫飛的蚊子把我們搞成抱頭鼠竄之徒,但我們無能為力。是蚊子愛咬我們吸我們的血,還是我們願意讓蚊子咬讓蚊子吸血或是有另一種力量不讓我們反擊蚊子呢?一連串的問題,自從有監獄的上古的某一天,就被囚徒提了出來。誰來回答解決這個問題呢?身陷囹圄的囚徒,只要大腦沒問題,誰也知道提這個問題是白癡,因為犯人根本沒權利去要求保護自己,就算是一隻小小蚊子,犯人也無可奈何。


1998年6月15日, 雨轉晴,

追憶第一次坐牢

那個時候每到晚飯後,廖亦武便來邀我散步,我們圍著不大的院子,走了一圈又一圈,沒有固定主題地暢所欲言,使我們一直談得很寬鬆。但往往也會遇上令我吃力的時候,因為廖亦武的為人尖酸,與他共事與擺談,便得時時處處小心。可有一點卻是我為人的一個原則:不與那些一定要灌東西給別人的人爭論,他說什麼,一概不發表任何看法與意見。也許廖亦武是天才的緣故,他向我兜售一切,很像英國人當年向中國人賣鴉片一樣,出賣者與接受者的交易是不平等的。當然廖與我是朋友,我是不應該如此來評說我們之間的關係,現在想起這些只是為人的某種膨脹欲望所驚奇。我與廖是不可否認的朋友,可為什麼在交流時會出現不平等呢?這很像關在這個監舍裏的十幾、二十來歲的年輕人,一種渴望性而無法進行性交的現實使大多數人不得不選擇手淫。那麼一個被囚禁的天才,當他的思想無處公開時,一有機會,他肯定會一股腦兒傾泄而出,哪管別人接不接受。由此我想起了毛澤東,長征初期與長征中那麼艱苦的生活,他仍然不停地與賀子珍作愛,讓賀一連串地懷孩子打胎。而到了延安之後,他才寫出一系列東西。這便是一種欲望的排泄方式,而排泄物件將直接影響排泄。一個犯人,性饑渴的犯人,他選擇的物件是意識深處的異性或性器官。一個天才的“精液”是什麼?是思想,是人類集體無意識中的許多異性。也許,我從廖鬍子的精神射精裏,被迫撿到許多思想。



Ein Appell–für den Untergrund-Dichter Li Bifeng

Um meine Bücher  „Für ein Lied und hundert Lieder“ und „God ist red“ im vergangenen Jahr zu veröffentlichen, bin ich aus meiner Heimat geflüchtet. Zwei Monate später haben die Polizisten aus dem Shehong-Landkreis der Sichuan Provinz wegen Wirtschaftsbetrugs meinen Freund, den chinesischen Untergrund-Dichter und –Schriftsteller Li Bifeng verhaftet.

Nach einer illegalen Inhaftierung über mehr als sieben Monate, versuchen sie jetzt, ihn wieder einmal wegen sogenannten wirtschaftlichen Straftaten zu verurteilen. Es wurde gesagt, dass der Gerichtprozess am 8. Mai stattfindet.

Die sogenannten „wirtschaftliche Straftaten“ wurden sogar zweimal von der Staatsanwaltschaft an die hiesigen Polizisten zurückgewiesen. Das heißt, dass zwar die ungerechte Verurteilung innerhalb des KP-Systems durchaus üblich ist, aber ist leider dieser Vorwurf von den Polizisten  zu weit hergeholt.

Vor kurzem habe ich aus mehreren Kanälen erfahren, dass die Polizisten Li Bifeng meinetwegen verhaftet haben. Die Polizisten haben den Verdacht, dass Li Bifeng meine Flucht finanziert habe - das ist eine glatte Lüge. Den Grund und die Motivation meiner Flucht in die Freiheit wusste keiner in China – nicht mal meine eigene Familie.

Li Bifeng ist ein Gefängnisgefährte von mir. Er ist ein Intellektueller und hoch talentiert. Er hat mehrere Millionen Wörter von Romanen und Poesien geschrieben. Sein Leben ist mit vollen Legenden gefüllt. Nach dem Tiananmen-Massaker hat er einmal illegal die Grenze zu Myanmar überquert. Leider landete er kurz später in den Händen der burmesischen Volkssoldaten, die von den chinesischen Kommunisten unterstützt wurden. Er wurde zurückgeschickt und wurde beinah erschlagen. Bis heute ist sein Gesicht auf der einen Seite groß und auf der anderen Seite klein. Viele seiner Erlebnisse erscheinen in meinen Büchern „Für ein Lied und hundert Lieder" und "Die Kugel und das Opium – die Geschichten vom Leben und Tod des Tiananmen-Massakers ".

Zum ersten Mal wurde er zu fünf Jahren Gefängnis unter der Anklage der konterrevolutionären Propaganda und Agitation verurteilt. Zum zweiten Mal war es in 1998. Li Bifeng hat im Auftrag des Direktors Liu Qing eine Untersuchung über den Streik der Textilarbeiter in Mianyang durchgeführt. Der Untersuchungsbericht führte zu einer weiteren Untersuchung durch die ILO (International Labor Organisation) der Vereinten Nationen. Aus diesem Grund hasste ihn die Behörde so sehr.  – dass sie ihn wegen „Wirtschaftsbetrugs“ zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt haben. Ich habe ihm noch im Auftrag von Liu Qing eintausend US Dollar für die Anwaltskosten übergeben, damit er einen Rechtsanwalt beauftragen konnte.

Jetzt will ihn die Behörde wieder unter den gleichen wirtschaftlichen Vorwürfen in den Knast bringen. Sollte er noch einmal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, wäre es das dritte Mal. Wenn er zu 10 Jahren verurteilt würde, wäre Li Bifeng nach der Entlassung ein alter Hund. Das Leben eines hoch talentierten Dichters und Schriftstellers würde somit völlig zerstört.

Ich muss einen Appell für Li Bifeng einlegen. Zum ersten Mal in meinem Leben schreibe ich einen Aufsatz auf diese Art. Ich hoffe, dass meine Schriftsteller-Kollegen, weltweite Menschenrechte-Organisationen und sogar meine Leser im Osten wie auch im Westen bereit sind, diesen "Appell" zu unterzeichnen.

Chinesischen Exil Schriftsteller: Liao Yiwu (Deutschland)

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